Die Entwicklung der Elektromobilität und Ladeinfrastruktur in Deutschland

eine Frau mit einer RFID Karte in der Hand

Wie entwickelt sich die Elektromobilität, Ladeinfrastruktur und deren Bezahlsysteme in Deutschland? Erfahren Sie dies und mehr zum Thema Elektromobilität.

10. September 2020

Die Abdeckung mit Ladeinfrastruktur

Die Ablösung von Kraftfahrzeugen mit Verbrennungstechnik für Diesel und Benzin durch elektrisch angetriebene Fahrzeuge wird in Deutschland stetig vorangetrieben und es wird viel Geld in Forschung und Technik, den Ausbau der notwendigen Ladeinfrastruktur und der Fahrzeugtechnik investiert.

Gemäß den Regeln der Marktwirtschaft wird die Marktdurchdringung von Elektroautos aber erst erfolgen, wenn Preis und Leistung von Elektroautos im Einklang stehen und mit Benzin/Diesel-Fahrzeugen konkurieren können. Dazu gesellen sich praktische Probleme des täglichen Lebens, insbesondere im Zusammenhang des Ladevorganges, die gelöst werden müssen.

Rein rechnerisch gibt es keinen Mangel an Ladesäulen. Stand März 2019 existieren in Deutschland ca. 15000 Ladestationen mit 43000 Ladepunkten, was den Bedarf an Ladestationen für vorhandene Elektro­fahrzeuge sehr gut abdeckt. (Siehe dazu die Statistik von GoingElectric.)

Die öffentliche und private Ladeinfrastruktur wird weiterhin ausgebaut, um mit einer Zunahme der Anzahl an Elektrofahrzeugen Schritt zu halten.

Vom BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft wurde ein öffentliches Laderegister ins Leben gerufen, wo Informationen zu Standort und Typ der in Deutschland vorhandenen Ladesäulen abgerufen werden können.

Das Angebot an Elektro­autos steigt stetig

Nicht jeder kann sich einen Tesla für 60.000 € leisten und in früheren Jahren existierten kaum Elektroautos für Normalverdiener, die in punkto Preis, Leistung und Reichweite mit herkömmlichen Kraftfahrzeugen konkurrieren können.

Der Markt für Elektroautos vergrößert sich stetig und mittlerweile ist eine große Auswahl an Elektroautos erhältlich, auch im unteren und mittleren Preissegment mit komfortabler Reichweite. Selbst kleinere Modelle haben eine Reichweite von ca. 100 – 200km, dies ist für den Alltagsgebrauch mehr als ausreichend, zumal das Elektroauto jede Nacht bequem zu Hause und ggf. auch tagsüber beim Arbeitgeber aufgeladen werden kann.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel „Reichweite eines Elektroautos“, wo näher auf die Reichweitenthematik eingegangen wird.

Der „Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung“ (Kurzfassung; Langfassung) hat das Ziel von 1 Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen im Jahre 2020, dies wird warscheinlich verfehlt werden, die Verkaufszahlen gehen aber gerade in jüngster Zeit deutlich nach oben.

Einheitlicher Bezahlvorgang an öffentlichen Ladestationen – Ergänzung der Ladesäulenverordnung

Öffentliche Ladeinfrastruktur wird von unterschiedlichen Betreibern bereitgestellt, die zu Beginn unterschiedliche Bezahloptionen hatten. Als Besitzer eines Elektroautos möchte man sich nicht mit unterschiedlichen Bezahlverfahren beschäftigen, extra Verträge abschließen oder sich für jeden Ladestationsbetreiber eine App installieren müssen.

Das Problem wurde erkannt und Ziel ist es, den Bezahlvorgang weitgehend zu automatisieren, und zwar unabhängig vom Ladesäulenbetreiber. Zu diesem Zwecke wurde die Ladesäulenverordnung im Jahre 2017 ergänzt, was von der NPE (Nationale Plattform Elektromobilität) begrüßt wurde. Ein einheitliches interoperables Bezahlsystem der Ladeinfrastruktur ist somit sichergestellt und bildet eine der Grundlagen für die erfolgreiche Entwicklung der Elektromobilität.

Öffentlicher Nahverkehr mit Elektrobussen

Bei Elektrobussen für den öffentlichen Nahverkehr sieht die Lage sehr viel besser aus, schließlich gibt es einen festen Busfahrplan und es steht fest, welche Strecke ein Bus pro Tag zurücklegt. Der Ladevorgang kann während der Nacht auf dem Betriebsgelände des Busfuhrparks vorgenommen werden und Elektro-Busse sind daher nicht auf öffentliche Ladeinfrastruktur angewiesen. Immer mehr Städte und Kommunen testen E-Busse und es ist damit zu rechnen, dass sich Elektrobusse im öffentlichen Stadt- und Landverkehr erfolgreich etablieren werden.

Zu lösende Probleme für bessere Entwicklung von Elektromobilität

Kein fester Stellplatz in der Stadt für das Elektroauto

Einen potentiellen Elektroauto-Käufer beschäftigt in erster Linie, ob und wo das Elektroauto geladen werden kann, wie viel Zeit der Ladevorgang in Anspruch nimmt und wie groß die Reichweite ist. Hat ein Stadtbewohner z.B. keinen festen Stellplatz, dann ist nicht gewährleistet, dass ein wohnungsnaher Parkplatz mit Lademöglichkeit zur Verfügung steht. Evtl. ist die Lademöglichkeit zu weit weg, sodass es zu umständlich erscheint, das Fahrzeug an der Ladestation zu parken und dann einen längeren Weg zu Fuß nach Hause bewältigen zu müssen.

Wartezeit an der Elektro-Ladestation

Beim herkömmlichen Tanken ist es einfach, man fährt an die Tankstelle, tankt für 1-3 Minuten, bezahlt und fährt wieder.

An öffentlichen Schnelladestationen mit ca. 50 kW Ladeleistung dauert der Ladevorgang durchaus 30-45 min, es ist schwierig diesen Zeitraum anderweitig sinnvoll zu nutzen. Die benötigte Ladezeit muss deutlich reduziert werden, dies muss aber sowohl von der Ladestation als auch von der Ladetechnik des Elektroautos unterstützt werden.

Batterieverschleiß beim Schnelladen und erhöhte Betriebskosten

Je schneller eine Batterie geladen wird, umso schneller verschleißt sie und die Betriebskosten eines Elektroautos können sich dadurch unvorhergesehen erhöhen. Beim langsamen Laden der Batterie hält diese zwar länger, allerdings verlängert sich der Ladevorgang.

Auslastung des Stromnetzes durch gleichzeitige Ladevorgänge für Elektroautos

Mehr Elektroautos benötigen mehr Strom und Privathaushalte laden ihr Elektroauto zumeist abends oder nachts. Dies bedeutet, dass sich die Ladevorgänge nicht gleichmäßig über den Tag verteilen, sondern ab den Abendstunden Lastspitzen entstehen, die durch ein intelligentes Energiemanagement abgefangen werden müssen, da eine Erweiterung des Energietransfernetzes mit dickeren Stromkabeln immense Kosten verursachen und sich der zeitliche Horizont über Jahre erstrecken würde.

Weiterführende Informationen erhalten Sie unter www.bdew.de.

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